Die Kartage und Ostern in der Marienkirche Der Gründonnerstag in der Marienkirche begann mit einem ...
Die Kartage und Ostern in der Marienkirche
Der Gründonnerstag in der Marienkirche begann mit einem festlichen Einzug. Wie schon in den vergangenen Jahren wurden wir eingeladen, uns die Füße oder Hände waschen zu lassen. Viele sind dieser Einladung gefolgt und die begleitende Stille hat zum Nachdenken angeregt. Der große Kreis im ganzen Kirchenraum, den wir für das Vater Unser und die Kommunionfeier gebildet haben, brachte spürbar unsere große Gemeinschaft in Christus zum Ausdruck. Auch die á capella gesungenen Taizélieder waren für viele ein stimmungsvoller Beitrag dieses Abends.
Die Feier endete in Dunkelheit und Stille; eine Meditation stimmte uns auf das Geschehen am Ölberg ein und stellte die Verbindung zum Karfreitag her.
Im Zentrum der Karfreitagsliturgie stand wieder die Leidensgeschichte nach Johannes in Abschnitten vorgetragen. Die Anliegen und Bitten für die ganze Welt in den gemeinsam gelesenen 7 großen Fürbitten wurden sichtbar durch das Aufstellen einer Kerze auf den leeren Altar. Danach brachten alle mit dem Bringen einer Blume Ihre Verehrung für das Kreuz zum Ausdruck. Die Intensivierung des Lichtes im Altarraum trug zu einer besonderen Stimmung bei. Musikalisch begleitete der Marienchor unter der Leitung von Dagmar Dokalik die Liturgie.
Die Osternacht in der Marienkirche begann traditionell um 5 Uhr früh im Marienhofgarten mit einem großen Osterfeuer und der darauffolgenden Prozession in die dunkle Kirche. Das Licht der Osterkerze wurde an die feiernde Gemeinde verteilt und beim Beginn des Exsultet, gesungen von Kirsi Korosec, erstrahlte die Kirche in einem Lichtermeer. Der Wortgottesdienst wurde heuer nur instrumental begleitet. Erst mit dem Gloria stimmten Orgel und Gemeinde mit ein und haben so mit der immer heller werdenden Kirche auf die Auferstehung Jesu hingewiesen. Der besondere Höhepunkt der diesjährigen Feier war jedoch die Firmung von Agnes, Christopher und Immanuel. Für Immanuel war es zugleich auch seine Erstkommunion. Abgerundet wurde der Ostermorgen mit einem Osterfrühstück im Marienhof, wobei viele Gemeindemitglieder ihre gesegneten Speisen mit anderen teilten. Seit dem Ostermorgen hängt in der Marienkirche auch wieder das große Bild des Auferstehungskreuzes vom Hochberg mit der aufgehenden Sonne im Kreuzmittelpunkt. Es wird uns während der Osterzeit begleiten.
Fotos von Christian Schrammel, Christian und Franziska Wanzenböck, Josef Eckart, Eugen Libowitzky, Martin Jürgensen
Die Kartage und Ostern in der Pfarrkirche
In diesem Jahr führte uns Pfarrer Richard Kager durch die drei heiligen Tage, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag.
Am späten Nachmittag des Gründonnerstages kamen Kinder ins Pfarrheim. Dort konnten sie selbst an einer Handwaschung teilnehmen und teilten dann wie Jesus mit seinen Jüngern an einem großen „Tisch“ Brot und Saft.
Bei der abendlichen Gründonnerstagsmesse durften zum Gloria noch einmal Orgel und Schellen laut erschallen, bevor sie bis zum Ostersonntag zu schweigen hatten. Wir gedachten der „Erstkommunion“ der Apostel beim letzten Abendmahl und der Fußwaschung, bei der sich Jesus‘ Liebe im Dienen am Nächsten zeigte. Auch die Mitfeiernden konnten an einer Fuß- oder Handwaschung teilnehmen. Nach der Eucharistiefeier mit Brot und Wein (der letzten bis zur Auferstehungsfeier) hörten die Gläubigen noch die Geschichte der Nacht am Ölberg und dem Verrat an Jesus. Danach wurde der Altar abgedeckt, die Kreuze blieben verhüllt und das Allerheiligste wurde in die Krypta getragen, wo man die ganze Nacht über Gelegenheit zur Anbetung hatte.
Auch am Karfreitag kamen am Nachmittag Kinder ins Pfarrheim. Während sie die Geschichte der Kreuzigung Jesu hörten, gingen sie entlang eines Kreuzwegs im Pfarrgarten. Danach verehrten sie ein großes Kreuz, indem sie es mit gelb leuchtenden Forsthien schmückten.
In der Kirche blieb an diesem Abend der Altar leer und so konnte der Fokus auf die Leidensgeschichte Jesu gelenkt werden. In verteilten Rollen wurde die Passion nach Johannes gelesen, wobei auch die Kirchengemeinde die Rolle des Volkes übernahm und einige Ministranten in diverse Rollen schlüpften. Das Kreuz wurde enthüllt und verehrt, indem die Gläubigen mitgebrachte Blumen zum Kreuz brachten. Währenddessen sang der Kirchenchor das berühmte „Miserere“ von G. Allegri. Die Prozession des Priesters und der Ministranten führte zum Schluss zum Heiligen Grab Jesu (Seitenaltar), das mit brennenden Kerzen geschmückt wurde. Die Feier endete in mystischer Stille.
Musikalisch wurden beide Feiern wieder vom Kirchenchor St. Augustin feierlich gestaltet.
Die Auferstehungsfeiern in der Osternacht bildeten den Abschluss und Höhepunkt der „Hl. Drei Tage“. Nach dem Entzünden eines Osterfeuers vor der Pfarrkirche zogen ca. 130 Kinder und deren Familien um 16 Uhr in die Pfarrkirche ein. „Halleluja, Jesus ist auferstanden!“ hallte es bald fröhlich durch die Pfarrkirche. Der vermeintliche Tod und das Leben nach dem Tod wurden mit dem Frühling und der blühenden Natur verglichen. Die Kinder schmückten daher ein Kreuz aus Papier mit verschiedensten bunten Blumen, was Groß und Klein sichtlich Freude bereitete.
Um 20 Uhr begann die Osternacht mit dem großen Osterfeuer und dem feierlichen Exsultet vor der Pfarrkirche. Nach dem Einzug in die Kirche lag die Kirche noch völlig im Dunklen, nur die Kerzen der Besucher symbolisierten ein zaghaftes Hoffen auf das Ende der Dunkelheit. Zum Osterevangelium nach Johannes erstrahlte dann die Kirche wieder in vollem Licht und die Orgel erklang königlich. Die Dunkelheit des Todes war besiegt, die Auferstehung Jesu wurde freudig und strahlend gefeiert. Für die stimmungsvolle musikalische Umrahmung sorgte eine Schola unter der Leitung von Dagmar Dokalik. Zum Schluss zog eine große Auferstehungsprozession mit brennenden Kerzen gemeinsam mit dem Allerheiligsten über den Marktplatz, feierlich begleitet von der Blasmusikkapelle und der Feuerwehr. Beim Abschluss vor der Kirche gab unser Kaplan noch einen traditionellen Osterwitz (dieses Mal sogar gleich 2 Stück) zum Besten und sorgte für heitere Mienen auf dem Heimweg.
„Dies ist der Tag, den Gott gemacht, der Freud in alle Welt gebracht“ – mit diesem Lied begannen die Gläubigen das Hochamt am Ostersonntag. Und es war in der Tat eine freudige Messe: nicht nur schien draußen die Sonne, sondern auch in unseren Herzen war die Osterfreude hell und leuchtend zu spüren. Dazu trug auch die fröhlich beschwingte Piccolominimesse von W.A. Mozart (Kirchenchor St. Augustin, Leitung: A. Jenner) bei. Nach der stimmungsvollen Messe wurde noch im nahen Metzgergarten zum Osterempfang geladen. Dort wurde fröhlich geplaudert und das eine oder andere Glaserl Wein getrunken. Dank gilt unserem Pfarrer Richard Kager und allen fleißigen Helfern, die bei den Feierlichkeiten in diesen Tagen mit so viel Einsatz mitgeholfen haben, dass uns diese „Drei Heiligen Tage“ so beseelen konnten!